Überregional

Abschieben trotz Integration? Das ist wirtschaftspolitisch verantwortungslos

VdU Voices

Die von der CSU angestrebte Abschiebeoffensive gegen syrische Geflüchtete verkennt eine zentrale Realität: Unsere Wirtschaft leidet nicht unter zu viel Migration, sondern unter massivem Arbeitskräftemangel. 

Wer heute integrierte, beschäftigte Menschen abschiebt, handelt gegen die Interessen des Mittelstands – und damit gegen die Stabilität unseres Wirtschaftsstandorts. 

Denn: Die große Mehrheit der Geflüchteten aus Syrien ist längst im Arbeitsmarkt angekommen. Sie arbeiten, zahlen Steuern, sind integriert. Wer sie jetzt abschiebt, verschärft den ohnehin dramatischen Arbeits- und Fachkräftemangel – unnötig und kurzsichtig. 

Wie real diese Konsequenzen sind, zeigt das Beispiel unserer VdU-Unternehmerin @Kristin Röschmann. In ihrem Unternehmen, der Röschmann Landhandel GmbH, arbeitet ein syrischer Produktionshelfer, der trotz Integration und Beschäftigung im Rahmen der „ersten Welle“ abgeschoben werden soll. 

 „Wir investieren seit Jahren in Integration, Aus- und Weiterbildung. Eine Abschiebung würde nicht nur unsere menschlichen und finanziellen Anstrengungen zunichtemachen, sondern auch eine echte Lücke in unserem Team reißen“, sagt Kristin Röschmann. 
„Es ist absurd: Wir rekrutieren aus aller Herren Länder, schließen Arbeitskräfteabkommen – und schieben diejenigen ab, die längst hier sind und gebraucht werden.“ 

Diese Politik sendet ein fatales Signal: 

  • an Unternehmen, die in Integration investieren, 

  • an Beschäftigte, die sich hier eine Zukunft aufbauen, 

  • und an internationale Fachkräfte, die Deutschland als Arbeitsstandort in Betracht ziehen. 

Gerade im Mittelstand und in ländlichen Regionen lassen sich Arbeitsplätze nicht „einfach neu besetzen“. Wer Abschiebung zur Symbolpolitik macht, verschärft reale Probleme in Betrieben. 

Unsere Forderung als Verband der Unternehmerinnen in Deutschland ist klar: 

  • Wer integriert ist und arbeitet, muss bleiben dürfen. 

  • Erwerbstätigkeit und eigenständige Lebensunterhaltssicherung müssen zu einem verlässlichen Schutzstatus führen. 

  • Unternehmen müssen als Partner der Politik anerkannt werden, wenn es um die Bewertung von Qualifikation und Arbeitsmarktrelevanz geht. 

Deutschland braucht eine steuernde, rationale Migrationspolitik – orientiert an wirtschaftlicher Realität, nicht an kurzfristiger Stimmungslage. 

Wer Arbeitskräfte abschiebt, schwächt den Standort Deutschland. 

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