DR. LAURA SOPHIE DORNHEIM
Diplom-Wirtschaftsinformatikerin, Doktorin der Gender Studies, IT-Stadträtin und CDO der Landeshauptstadt München
Laura Sophie Dornheim ist IT-Referentin und Chief Digital Officer der Landeshauptstadt München. Sie hat an der Universität Hamburg Wirtschaftsinformatik studiert und an der Universität Lüneburg in Gender Studies mit einer Dissertation zu Frauen in Führungspositionen promoviert. Dornheim bezeichnet sich selbst als „stolze Feministin“ und engagiert sich seit vielen Jahren politisch bei den Grünen, vor allem im Bereich der Digitalpolitik, aber auch für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. 2021 stand sie für die Bundestagswahl auf der Berliner Landesliste der Partei. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Digitalbranche wechselte sie 2023 in den öffentlichen Dienst, um die Digitalisierung der Münchner Verwaltung voranzubringen. Als zentrales Anliegen nennt sie die digitale Teilhabe aller Bürger*innen, ihr Anspruch ist es, Staat und Verwaltung so zu digitalisieren, dass echter Mehrwert für alle entsteht. Auf Konferenzen spricht sie regelmäßig über die digitale Transformation und Open Government, aber auch über Diversität in der Techbranche.
TUĞBA TEKKAL
Initiatorin der SCORING GIRLS*, Co-Founder von HÁWAR.help und GermanDream
Die ehemalige Profifußballerin Tuğba Tekkal hat für den Hamburger Sportverein und den 1. FC Köln in der Frauen-Bundesliga gespielt. Außerdem ist sie Menschenrechtsaktivistin und – gemeinsam mit ihren vier Schwestern – Gründerin der Organisation HÁWAR.help. Der Verein setzt sich für die Stärkung der Menschenrechte sowohl in Krisenregionen als auch in Deutschland ein, wobei ein besonderer Fokus auf dem Schutz und der Förderung von Frauenrechten liegt. Im Jahr 2016 rief Tuğba Tekkal das Empowerment-Projekt SCORING GIRLS* ins Leben, das sich an Mädchen und junge Frauen unabhängig von Herkunft, Nationalität oder Religion richtet und Chancengerechtigkeit sowie Teilhabe durch den Fußball stärkt. Teil des Projekts sind kostenlose Fußballtrainings und pädagogische Unterstützung. Seit 2019 tritt Tuğba Tekkal als Wertebotschafterin im Rahmen der Bildungsinitiative GermanDream mit jungen Menschen in Dialog und konzipiert Formate und Workshops gegen Rassismus, Populismus und Extremismus. Tuğba Tekkal setzt sich für das Empowerment von Frauen und die Werte des freiheitlich-demokratischen Grundgesetzes ein. Regelmäßig nutzt sie Bühnen, um über ihre Rolle als Kurdin, Jesidin, Frau und Sportlerin zu sprechen.
HENRIKE SCHLOTTMANN
Co-Geschäftsführerin, ProjectTogether
Henrike Schlottmann gestaltet seit mehreren Jahren an der Schnittstelle von Zivilgesellschaft, Staat und Wirtschaft neue Formen gesellschaftlicher Zusammenarbeit. Als Co-Geschäftsführerin von ProjectTogether fördert und koordiniert sie Umsetzungsbündnisse, bei denen Akteur*innen aus unterschiedlichen Bereichen gemeinsam an Lösungen für große gesellschaftliche Herausforderungen arbeiten. Nach einem Mathematikstudium mit modernen Fremdsprachen am University College London und Stationen bei der Boston Consulting Group entschied sie sich bewusst gegen eine klassische Karriere und für gesellschaftliches Engagement. Seit 2019 hat ProjectTogether unter ihrer Leitung elf „Missionen“ initiiert – darunter #WirVsVirus, UpdateDeutschland und die Welcome Alliance mit einem neuartigen Förderfonds zur Unterstützung von Projekten im Bereich Migration und Teilhabe. 2025 entwickelte ProjectTogether zusammen mit der Werkstatt der Mutigen ein Format, das parteiübergreifende Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Bund fördert. Henrike Schlottmann setzt auf offene Innovationsprozesse, flexible Fördermodelle und die Kraft kollektiver Intelligenz. Ihre Stärke sieht sie darin, Menschen und Systeme miteinander zu verbinden – immer mit dem Ziel einer demokratischen und nachhaltigen Zukunft.
NATALYA NEPOMNYASHCHA
Gründerin von Netzwerk Chancen, Bundesverdienstkreuzträgerin
Natalya Nepomnyashcha wurde 1989 in Kyiv geboren, kam als Kind nach Bayern und wuchs dort in Armut auf. Ohne Abitur gelang es ihr auf Umwegen, Internationale Beziehungen in Großbritannien zu studieren. Anschließend arbeitete sie unter anderem für eine westafrikanische NGO und ist heute bei einer der weltweit größten Unternehmensberatungen tätig. 2016 gründete sie nebenberuflich das Sozialunternehmen Netzwerk Chancen. Mit zwei kostenfreien Karriereprogrammen unterstützt es talentierte Menschen aus einkommensschwachen oder nicht akademischen Familien und arbeitet mit potenziellen Arbeitgebern zusammen. „Netzwerk Chancen. Aufsteiger“ richtet sich an 18- bis 39-Jährige, „Aufstieg 40+“ an Menschen ab 40 Jahren. Außerdem setzt sich die Organisation dafür ein, dass soziale Herkunft als Diversity-Merkmal anerkannt wird. Derzeit fördert Netzwerk Chancen mehr als 3300 Mitglieder. 2024 erhielt Nepomnyashcha im Alter von 34 Jahren das Bundesverdienstkreuz.
ANNA-LENA VON HODENBERG
Journalistin, Mitgründerin und Geschäftsführerin von HateAid
Anna-Lena von Hodenberg ist Journalistin. Sie schloss ihr Studium der Lateinamerikanistik, Politik und Publizistik im Jahr 2010 an der Freien Universität Berlin ab. 2018 gründete sie gemeinsam mit den Vereinen Campact und Fearless Democracy die Organisation HateAid gGmbH. HateAid ist die erste digitale Beratungsstelle für Betroffene digitaler Gewalt, die neben einer einfühlsamen Erstberatung in ausgewählten Fällen auch Unterstützung bei der Prozesskostenfinanzierung in Zivilprozessen bietet. Die Menschenrechtsorganisation leistet Aufklärungsarbeit zum Thema digitale Gewalt, macht sich bei politischen und juristischen Entscheidungsträger*innen für stärkere und wirksamere Maßnahmen gegen Hass im Netz stark und steht für eine größere Verantwortung von Plattformbetreiber*innen gegenüber Nutzer*innen ein. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin in Policy- und Rechtsfragen zum Thema digitale Gewalt und arbeitet mit spezialisierten Kanzleien, Sonderstaatsanwaltschaften sowie diversen Bundes- und Landesbehörden zusammen. HateAid ist Trägerin der Theodor-Heuss-Medaille 2023, des Rothenburger Preises für Erinnerung und Zukunft, des Wertepreises für Demokratie der Werte-Stiftung und des For..Net Award der Technischen Universität München. Anna-Lena von Hodenberg wurde 2020 mit dem Digital Female Leader Award ausgezeichnet und von der Zeitschrift Focus zu einer der „100 Frauen des Jahres 2020“ gewählt.
© Presseamt München / Nagy; Marina Weigl; Samuel Groesch; Daniel Hardge; Andrea Heinsohn
Dieser Artikel wurde erstmals in der UNTERNEHMERIN 01/25 veröffentlicht.